Sardinien und Korsika - Man kann sich nicht satt sehen
oder
In jedem Ende steckt auch ein neuer Anfang
Unterm Strich: Wir müssen noch mal hin.
Neuste Einsicht nach dem Törn 2008: Kaum hat man Die Segelyacht übernommen, muss man sie auch schon wieder abgeben. Diese Woche war eindeutig zu kurz. Aber natürlich voll gestopft mit Erlebnissen, seglerischen Highlights und vielen Geschichten.
Nachdem der Counter schier endlos zu sein schien, war der Tag X doch endlich erreicht. In tiefer, dunkler Nacht trafen sich die Crews am Airport Köln/Bonn. Doch nach einem kurzen Flug nach Olbia wurden wir auch schon wieder auseinander gerissen. Denn die Skipper Klaus und Martin mussten ihre Schiffe in Portisco übernehmen, der Rest, unter der Reiseleitung von Torsten Ziegler, fuhr zur Basis nach Maddalena. Die "Mollicone" (Sun Odyssey 42 i Performance) von Martin war schon nach Ankunft in der Marina di Portisco startklar. Dass hat es noch nie gegeben: "Your ship is ready!" Einfach spitze. Und so konnte diese Crew schon samstags um 15.00 den Heimathafen in Richtung Maddalena verlassen. Klaus mit seiner LiLola musste noch bei einem anderen Charterbetrieb bis Sonntagmittag auf das Auslaufen warten. Torsten, Mats und Wolfgang waren auch schon samstags Herren über ihre Yachten mit den klangvollen Namen Sand, Sensation und Joy. Allesamt vom Typ Oceanis 473.

Die Mollicone in Maddalena
Am Sonntag ging es nach einer großen Dosis Segelspaß in die Bucht Porto Liscia vor Anker. Der nächste Tag versprach ein Tag der Sinne zu werden. Alle Schiffe wollten sich in Bonifacio auf Korsika treffen. Während sich die Crews von vier Yachten zwischen den Klippen von Lavezzi vergnügten, schoss die Mollicone schon nach Bonifacio durch. Grund hierfür war das Crewmitglied Uschi, die perfekt französisch spricht. Mit Uschi hatten wir unsere eigne PR-Abteilung an Bord. So hat sich die Crew der Mollicone zum Hafenmeister aufgemacht, um für die anderen, einige der wenigen freien Liegeplätze zu organisieren. Und der Abend war riesig, eine Klettertour zur alten Festung auf den Klippen. Ein Weg der sich gelohnt hat. Bonifacio by night - unerreichbar schön!

Sunrise in Porto Lskia, Joy und Sensation
Warten auf die Flottille/Bonifacio, Ralf+Barbara
Am nächsten Morgen trennte sich die Mollicone wieder von den anderen Yachten. Sie war der GTI in der Flottille und konnte sich weiter entfernte Ziele aussuchen. Torsten segelte mit seinen Mannen nach Isola Rossa, Martin mit seinem Team nach Castelsardo. Denn Martin wollte so nah wie möglich an sein Traumziel herannavigieren. Von Castelsardo aus wollte Martin den Traumstrand "La Pelosa" erreichen und dort vor Anker gehen. Doch das Wetter machte ihm und seiner Crew einen Strich durch die Rechnung. Wind - NO - 4-5 Bft. Und La Pelosa ist nach Nordosten offen. Es wäre keine schöne Nacht geworden. Und so fiel er Beschluss der Schiffsleitung: Ruhetag in Castelsardo. Nun ja, auch Castelsardo ist eine Reise wert, allemal. Und so traf auch der Ziegler-Tross tags darauf in Castelsardo ein.

Castelsardo

Nicht erreicht: La Pelosa
Nun ging es ab hier wieder Richtung Heimathäfen. Schade, die Stunden zum Ende rasselten nur so runter. Und dann noch Flautentag mit Trainingseinheit MOB - Manöver. Immerhin, die Mollicone hat's gemacht! Leider blieb den Portisco-Yachten nichts anders übrig, als den Motor anzuschmeißen, um noch vor Einbruch der Dunkelheit das Archipel zwischen den Inseln Budelli, Santa Maria und Razzoli zu erreichen.

Andrea in ihrem Element. Marschfahrt unter Motor
Der letzte Segeltag hat dann noch mal alles geboten, was das Seglerherz begehrt. Segeln bei Traumbedingungen bis zum umfallen und Sonne satt. Auch hier ein Lob. Die Sonne war uns die ganzen Tage wohl gesonnen.
Kurz vor Portisco entwickelten der Skipper Martin, der 1.Wo Ralf, der 1. LI Frank, die Co-Skipperin Andrea, die Zahlmeisterin Barbara und unsere Pressereferentin Uschi kriminelle Energie. "Skipper steckt mal den Kurs ab!" Schiffsentführung nach Pitcairn, wo schon die Leute der Bounty gestrandet sind ;-). No problem - liegt ja nur in der Südsee
Schlusswort des Skippers Martin: Eine Crew aus einem Guss, wie aus dem Bilderbuch. Ein Schiff wie nur für uns geschaffen und ein Wetter, welches nie große Gefahren geboten hätte, sondern Segelspaß pur. Diese Mischung machte alles perfekt. Weit entfernt von jeglichen Problemen. So, und nicht anders, sollte es sein.

Die Crew der Mollicone: V.l.: Andrea, Frank, Martin, Ralf, Uschi und Barbara
Für die Crew der Mollicone steht auf jeden Fall fest, dass es hier auch ein drittes Mal schön sein wird. So wird man dann bestimmt den Traumstrand von La Pelosa sehen und genießen.
Autor: Martin Kuhlmann/Mollicone

Musik spielte auf der Mollicone eine große Rolle. Und egal ob Party oder Segeln. Der Skipper hatte sich ein Lied für diesen Segeltörn ausgesucht.
Hier der Text:
Das Lied der Mollicone
Von Achim Reichel
Hab die ganze Welt gesehn
von Singapur bis Aberdeen
wenn du mich fragst wo's am schönsten war
sag ich Sansibar
Es war 'ne harte Überfahrt
zehn Wochen nur das Deck geschrubbt
hab die Welt verflucht
in den Wind gespuckt
und salziges Wasser geschluckt
Als wir den Anker warfen
war es himmlische Ruh
und die Sonne stand senkrecht am Himmel
Als ich über die Reeling sah
da glaubte ich zu träumen
da war'n tausend Boote
und sie hielten auf uns zu
In den Booten waren Männer und Frauen
ihre Leiber glänzten in der Sonne
und sie sangen ein Lied
das kam mir seltsam bekannt vor
aber so - hab ich's noch nie gehört
und so hab ich's noch nie gehört
Aloha heja he - aloha heja he - aloha heja he
Ihre Boote machten längsseits fest
und mit dem Wind wehte Gelächter herüber
sie nahmen ihre Blumenkränze ab
und warfen sie zu uns herüber
und schon war die Party im Gange
Aloha heja he - aloha heja he - aloha heja he
Ich hab das Paradies gesehn
es war um neunzehnhundertzehn
der Steuermann hatte Matrosen am Mast
und den Zahlmeister
ha'm die Gonokokken vernascht
aber sonst war'n wir bei bester Gesundheit
Aloha heja he - aloha heja he - aloha heja he
Auf Wunsch verschicke ich dieses Lied gerne als mp3 per Mail.





