Wettkampfmannschaften
Faszination für Kinder: Leistungssport Schwimmen
Motive für den Leistungssport Schwimmen
Aus verschiedenen Motiven melden Eltern ihre Kinder in einem Schwimmverein an. Zunächst sollen die Kinder natürlich schwimmen lernen um sich im Urlaub, in Freibädern und Seen nicht mehr sorgen zu müssen. Viele Eltern wünschen sich daher, dass ihre Kinder den Schwimmsport ergreifen. Andere erhoffen sich die Betreuung ihrer schwimmbegeisterten Kinder. Begabte fallen sehr schnell auf und werden in passende Gruppen eingeteilt. Um dann jedoch den Weg zum Leistungssport einzuschlagen, sollten einige Faktoren erfüllt sein.
- Ihr Kind sollte Bereitschaft für häufigeres Training zeigen.
- Sie sollten bereit sein, ihr Kind zu unterstützen, in dem sie es einerseits zum Training bringen und abholen, andererseits in schwierigen Zeiten motivieren. Bei jedem Kind kommt nämlich unweigerlich eine Phase der Lustlosigkeit, in der Freunde und Spielen wichtiger erscheinen als das leidliche Training. Diese Schwankung zu überwinden, ist Aufgabe der Eltern. Konsequenz und Überzeugungskraft, nicht Zwang, sind hier zielführend. Später, bei den ersten größeren Erfolgen, werden sie diese Hürde meist von selbst überwinden, weil sie sich selbst gesetzte Ziele verfolgen.
- Ihr Kind, das "Leistungssport" Schwimmen machen möchte, braucht ein erhebliches Maß an Kampfgeist und Ehrgeiz, da Schwimmen eine sehr trainingsintensive Sportart ist, bei der längeres Aussetzen einen großen Rückschritt bedeuten kann. Nach längerer Krankheit zählen vor allem Durchhaltevermögen und ein fester Wille um wieder Anschluss und die ersten Erfolge zu erreichen.
Faszination Leistungssport Schwimmen
Zunächst einmal herrscht das schöne Gefühl der Schwerelosigkeit im Wasser vor. Auch korpulentere Kinder können in dieser Sportart durchaus sehr erfolgreich sein, was zudem das eigene Selbstwertgefühl enorm steigert. Schwimmen ist, ausgenommen von Staffeln und Mannschaftswettkämpfen (nur 1 x jährlich), ein Einzelsport und jeder ist für seinen Erfolg oder Misserfolg alleine verantwortlich (anders als bei Mannschaftsportarten wie z.B. Handball, Fußball u.s.w.) Das Gefühl, nach einem Wettkampf sagen zu können, das habe ich ganz alleine durch meinen Fleiß und mein konsequentes Training geschafft, ist unbeschreiblich. Schwimmer werden nach dem Training meist von Glücksgefühlen überwältigt, die sie immer wieder erleben wollen. Nur deshalb ist es möglich, dass Kinder und Jugendliche bereitwillig einen enormen Aufwand betreiben, wie es nachfolgend im nächsten Absatz beschrieben wird.
Trainingsaufwand für den Leistungssport
Um bei den einzelnen WETTKÄMPFEn und MEISTERSCHAFTen auch wirklich bestehen zu können, ist akribisches Training entsprechend der jeweiligen ANFORDERUNGSPROFILEn zwingend von Nöten. Hierbei bedienten sich die Trainer eines hierfür ausgearbeiteten Trainingsplanes.
Je nach Verfügbarkeit des Bades regeln sich die Trainingszeiten laut BELEGUNGSPLAN folgendermaßen: die 6-8 Jährigen trainieren 2-3-mal wöchentlich 60 Minuten. Bei den 8-11 Jährigen addiert sich zum 3-maligen wöchentlichen 75 Minuten Wassertraining ein 90-minütiges Trockentraining dazu. In den zweiten bzw. ersten Leistungsgruppen steigert sich dann das Wassertraining auf 4-6-mal pro Woche auf je 90-120 Minuten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit auf 1-2-mal wöchentliches Kraft- bzw. Konditionstraining. Zu den normalen Trainingseinheiten werden zu Ostern Fahrten in diverse Trainingslager für ca. eine Woche angeboten. Diese finden in anderen Städten statt und stellen für Kinder, trotz der Anstrengungen durch das 2-malige tägliche Training eine willkommene Abwechslung dar. Dort können sie sich nämlich endlich einmal länger mit ihren Schwimmfreunden, auch außerhalb des Wassers, beschäftigen.
Ab der Alterklasse AK 20 muss noch lange nicht mit dem Schwimmen unter Wettkampfbasis Schluss sein. Es kann ohne Weiteres ein nahtloser Übergang in die „letzte“ Wettkampfmannschaft, den Masters, erfolgen. Somit ist ein langer Weg innerhalb des aktiven Schwimmsports, sofern es die Gesundheit zulässt, prognostiziert.
Pädagogische Kriterien
Zwangsläufig, suchen Schwimmer ihre Freunde meist unter Gleichgesinnten, denn für andere Verabredungen bleibt einfach zu wenig Zeit. Außerdem stoßen sie dort meist nicht auf das notwendige Verständnis für ihren Einsatz. Nun stellt sich sicher die Frage, wie die Kinder diese Belastung, ohne die Schule zu vernachlässigen, bewältigen sollen. Es hat sich aber im Laufe der Zeit gezeigt, dass beim Schwimmsport ausschließlich Kinder verbleiben, die die Fähigkeit besitzen Training und schulische Aufgaben zu koordinieren. Sie müssen jede kleine Lücke, sei es die Fahrt zum Training oder die Pausen bei Wettkämpfen, nutzen, um für den Unterricht zu lernen. Dieses verlangt sicherlich sehr viel Disziplin. Deshalb stellt sich unweigerlich sowohl bei den Schwimmern selbst, als auch bei den Eltern, die Frage nach dem "WARUM".
Dazu wäre letztendlich hier zu erwähnen, dass die Kinder durch ihren Sport wichtige Lebenserfahrungen sammeln. Wie schon bereits erwähnt, ist die Organisation des eigenen Tagesablaufs ein wichtiger Bestandteil, der im späteren Berufleben von großer Bedeutung ist. Eine wichtige Eigenschaft ist das Durchhaltevermögen in einer schwierigen oder schier aussichtslos erscheinenden Situation und die damit verbundene Gabe sich wieder neu aufrichten zu können um zukünftige Herausforderungen gelassen gegenüberstehen zu können. Durch den ständigen Wettkämpfstress ist der Sportler bestens für die vielen Prüfungssituationen in Schule und Beruf gerüstet und lernt sehr schnell mit "Druck" umzugehen. Konzentration und Merkfähigkeit wird beim Schwimmen von klein auf gefördert. Ebenso findet automatisch eine mathematische Förderung durch das Vergleichen von Zeiten statt. Nicht zu vergessen wäre folgender Nebenaspekt. Die Pubertät ist oft geprägt mit Diskussionen, die meist den Schwerpunkt sozialer Gesichtspunkte beinhalten, wie beispielsweise das unmittelbare Umfeld oder generelle Ausgehzeiten. Diese Fragen stellen sich bei Leistungsschwimmern eher selten, so dass ein gesunder sozialer Rahmen durchaus vorprogrammiert ist.





